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Roland HaslerNewsletter

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Newsletter des James Bond Club Schweiz mit dem Neusten aus dem 007-Kosmos.

Station Z, 31.10.2020

Liebe Clubmitglieder

Nachruf Sir Sean Connery (1930-2020)

Sean Connery ist tot. Nun ist also auch der «Ur-Bond» von uns gegangen. Schon seit geraumer Zeit hat der 6- resp. 7-fache 007-Darsteller sich nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt, eine anschreitende Demenz wurde vermutet. Er ist nun auf den Bahamas friedlich eingeschlafen, wie BBC berichtet.


Geboren wurde Thomas Sean Connery am 25. August 1930 in Edinburgh, Schottland. Er stammte aus ärmlichen Verhältnissen und schlug sich nach einem kurzen Einsatz bei der Navy mit Gelegenheitsjobs durch, wobei er unter anderem als Milchmann oder Sargpolierer angestellt wurde. Auch als Modell hat er gearbeitet und kam so in die Bodybuilding-Szene. In den '50ern wurde er schottischer Bodybuilding-Meister, an der Mr.-Universe-Wahl erreichte er den dritten Platz. Daraufhin wechselte er zum Schauspiel und war fortan mit Rollen für Film, Fernsehen und das Theater beschäftigt. So war er unter anderem in der BBC-Produktion REQUIEM FOR A HEAVYWEIGHT (1956), dem Melodrama ANOTHER TIME, ANOTHER PLACE (1958) oder in der Hauptrolle in DARBY O’GILL AND THE LITTLE PEOPLE (1959) zu sehen. Aufgrund dieser Darbietungen und dem Umstand, dass Regisseur Terence Young mit Connery bereits bei ACTION OF THE TIGER (1957) zusammengearbeitet hat, verhalfen dem jungen Schotten von Eon Productions für die Bond-Rolle in Betracht gezogen zu werden. Die Wahl fiel schlussendlich insbesondere aufgrund seiner charismatischen Ausstrahlung auf die weibliche Zuschauerschaft zu seinen Gunsten aus. Anfangs noch skeptisch, war auch 007-Schöpfer Ian Fleming mit DR. NO (1962) von den Qualitäten der cinematischen Erstverkörperung seines Helden überzeugt und gab der Figur (neben seiner Schweizer Mutter) einen schottischen Vater. Mit Connery als James Bond erlebte die 007-Serie ungeahnte Höhen und läutete eine regelrechten Agentenfilmhype in den 60er-Jahren aus. Doch der Rummel um seine Person ermüdete Sean Connery, der seit GOLDFINGER (1964) als Bond stets ein Toupet trug. Zudem verkrachte er sich mit Produzent Harry Saltzman wegen Gelddiskussionen und somit erklärte er während der Produktion an seinem fünften Film – MAN LEBT NUR ZWEIMAL (1967) – seinen Rücktritt. Währenddessen vermochte er auch bei Filmen ausserhalb von 007 zu punkten und überzeugte etwa in DIE STROHPUPPE (1964), MARNIE (1964) oder SHALAKO (1968). Nach einem kurzen Intermezzo mit George Lazenby, der die gewaltigen Anforderungen an die Rolle nicht gerecht wurde, kehrte die 007-Serie unter Eon Productions für ein Abschiedsspiel zu Connery zurück. Mit DIAMANTENFIEBER (1971) konnte er die Walther PPK behutsam an Roger Moore weiterreichen. Fortan entschied er sich für Rollen, die weitab von einem souveränen Geheimagenten lagen und entwickelte sich mit ZARDOZ (1974), MORD IM ORIENTEXPRESS (1974) oder DER MANN, DER KÖNIG SEIN WOLLTE (1975) zum formidablen Charakterdarsteller. Überraschend konnte Kevin McClory den Schotten davon überzeugen, für seinen ausserseriellen James-Bond-Film SAG NIEMALS NIE (1983) nochmals in die Rolle des 007 zu schlüpfen. Trotz dieses Abstechers bliebe seine Qualitäten nicht unbemerkt und Sean Connery wurde nach DER NAME DER ROSE (1986) und DIE UNBESTECHLICHEN (1987) von der Academy mit dem Oscar als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Es folgte der bestechende Erfolg als Indiana Jones' Vater in INDIANA JONES UND DER LETZTE KREUZZUG (1989), worauf er vom People Magazine zum „Sexiest Man Alive“ gewählt wurde. Eine weitere bemerkenswerte Darbietung zeigte der Schotte als russischer Kommandant in JAGD AUF ROTER OKTOBER (1990) oder in THE ROCK (1996). Mit DIE LIGA DER AUSSERGEWÖHNLICHEN GENTLEMEN (2003) beendete Connery seine aktive Schauspielkarriere und war seither lediglich noch beim Golfspielen oder bei Tennisturnieren zu sehen. Neben seiner Leidenschaft für Golf pflegte er stets eine stolze Verbundenheit zu seiner schottischen Heimat. Im Jahre 2000 wurde er auch für seine Verdienste um Schottland von der Königin zum Ritter geschlagen. 

Sean Connery war zweimal verheiratet. Aus seiner ersten Ehe mit Diane Cilento stammt sein Sohn Jason. Drei Adoptivkinder hinterlässt er dank seiner zweiten Ehefrau Micheline Roquebrune, mit der er bis zuletzt auf den Bahamas lebte. 


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Connery im Jahr 2007.

mit bondigen Grüssen


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