Dr. No © 1962 - Skyfall © 2012 Danjaq LLC, United Artists Corporation und Columbia Pictures Industries Inc. 007 Gun Logo © 1962-2010 Danjaq, LLC und United Artists Corporation, James Bond Gun Barrel Logo © 1988 Danjaq S.A. und MGM/UA, James Bond Iris Logo © 1999 MGM Inc. JAMES BOND, 007™, 007 Gun Logo und alle anderen James Bond bezogenen Marken ® Danjaq, LLC lizenziert unter EON. Alle Rechte vorbehalten.

Es war einmal…

© Ian Fleming Publications Ltd
Ian Fleming, 007's Schöpfer

… ein bri­tischer Schrift­stel­ler na­mens Ian Fleming. Ihm war wieder ein­mal tod­lang­weilig. Ihm, dem Frauen­held, der doch eine jour­na­lis­tische Stelle in Lon­don hatte und nun in Ja­mai­ka in sei­nem Haus sich mit dem dro­hen­den Ehe­leben kon­fron­tiert sah. Weh­mütig blickte er auf sei­ne Ar­beit beim Marine­geheim­dienst zurück. Das war noch ein Le­ben! Er lässt seine Er­inner­ung­en Re­vue pas­sieren, fügt ei­nige Träu­me hinzu und be­ginnt zu schrei­ben. 1953 er­scheint sein er­ster Ro­man, Casino Royale, wel­cher ei­ne Spio­nage­­geschich­te um SIS-Agent (Aus­land­geheim­dienst, bes­ser be­kannt un­ter MI6) James Bond erzählt. Den Na­men des Haupt­pro­ta­go­nis­ten ent­nahm er üb­ri­gens ei­nem Vo­gel­kun­de­buch, des­sen Au­tor so hiess, und war „oh­ne ro­man­tisch­en Bei­klang, flach und lei­se,“ wie es sein Er­schaffer selbst sag­te. „Exo­tische Dinge soll­ten um ihn herum pas­sieren, doch er soll­te eine neu­trale Per­son sein – ein ano­nymes, stumpf­es In­stru­ment ein­er Re­gier­ungs­be­hör­de.“ Bond war in man­cher Hin­sicht Fleming selbst, eine Kre­a­ti­on sei­ner Wün­sche und Träu­me. Er war mit sei­nen Vor­lieb­en nicht al­lei­ne, denn mit sei­nen A­ben­teu­ern traf er die In­te­r­es­sen der Män­ner­welt. So­gleich in­te­r­es­sier­te sich die am­er­ik­an­ische TV-Station CBS für den Stoff und pro­du­zier­te ei­ne 48-mi­nü­ti­ge live-Fern­seh­epi­so­de in schwarz-weiss. Die­se wur­de nur ein Jahr nach Er­schein­en des Buch­es aus­ge­strahlt. Jimmy Bond wurde von Barry Nelson gespielt (wie der Vor­name fiel auch die Her­kunft ei­ner Amer­ik­an­isierung zum Opfer, ar­beit­ete er da für die CIA), Fort­setzungen blieb­en aus Des­inte­r­es­se aus. Nicht je­doch bei den Büch­ern. Ian Fleming schrieb fleis­sig weit­er und brach­te je­des Jahr ein­en James-Bond-Roman auf den Markt. Der da­ma­li­ge US-Prä­si­dent J.F. Kennedy betitelte From Russia With Love so­gar als ei­nes sei­ner 10 Lieb­lings­büch­er. Zu­dem druck­ten die eng­lisch­en Zei­tung­en Comic­strips der Ro­ma­ne. Schon bald kam­en auch Film­pro­du­zen­ten auf den Ge­schmack und Fleming traf mit ei­nig­en Freund­en, u.a. Kevin McClory, die Ab­mach­ung, das Dreh­buch zu einer Kino­ver­film­ung zu schreib­en. Es wurd­en wei­tere Per­son­en in­vol­viert, was al­ler­dings zu Dif­fe­renz­en führ­te, so­dass das Pro­jekt Thunderball ab­ge­blas­en wurde.

DR. NO © 1962 Danjaq, LLC and United Artists Corporation.
Sean Connery (natürlich mit Ursula Andress)

Also kam Harry Saltzman zum Zug. Der ka­na­di­sche Film­pro­du­zent kauf­te sich die Film­rech­te der gan­zen 007-Serie (mit Aus­nahme von Casino Royale). Zu­samm­en mit Albert R. ‚Cubby’ Broccoli grün­de­te er Danjaq S.A. als Rechte­inhaber­in (mit Sitz in der Schweiz!) und Eon Productions Ltd. als Pro­duk­ti­ons­fir­ma. Ihr ers­ter Film ent­stand im Jahr 1962, Dr. No mit dem Schot­ten Sean Connery als James Bond und der Schwei­zer­in Ursula Andress als Bond­girl Honey Rider. Ian Fleming ge­fiel dies­es Paar so gut, dass er Bond's Eltern im nächsten Roman deren Na­ti­o­na­li­tät­en gab und James Bond somit zum Halb­schweiz­er mach­te. Mit Goldfinger, dem 3. Film in der Se­rie, er­reicht­en die Bond­fil­me ih­re ab­so­lu­ten Blü­te­jah­re und lös­ten ein­en un­glaub­lich­en Spionen­hype aus. Obwohl Dr. No und From Russia With Love auch schon grosse Erfolge waren, kam die Merchandising­welle erst mit die­sem Film. Lei­der ver­starb Ian Fleming noch vor der Welt­premiere auf­grund seines ex­zes­siv­en Alkohol- und Nikotin-Konsums. Doch durch die­se Bond-Manie und dem nächs­ten ge­plant­en Strei­fen Thunderball wurde auch Kevin McClory, der an die­sem Dreh­buch da­mals mit­ge­ar­beit­et hat­te, hell­hö­rig und er­zwang zu Recht, dass er die­sen Film mit­pro­du­zie­ren durf­te. Er mus­ste le­dig­lich hin­nehm­en, mit dem Stoff für die nächs­ten 10 Jahre nichts mehr an­stel­len zu dür­fen. Kein Prob­lem, so dach­te man, soll­te die Agenten­ver­rückt­heit doch nur eine Mode­erschei­nung und so­mit so­wie­so bald un­at­trak­tiv sein. Doch Thunderball wurde ex­trem er­folg­reich und jetzt er­in­ner­te sich Pro­du­zent Charles K. Feldman, dass er ein­mal über Um­wege die Rech­te an Casino Royale er­wor­ben hat­te und nun eb­en­so ein­en Ki­no­film plan­te. Al­ler­dings sah er ein, dass die Bond­serie als Do­mi­na­tor der Film­szene nicht zu üb­er­trump­fen war und pro­du­zier­te stattdessen ei­ne Ko­mö­die, ei­ne Pa­ro­die auf die Bond­filme. Trotz Star­auf­gebot (David Niven als James Bond, u.a. mit Ursula Andress, Peter Sellers, Woody Allen und Orson Welles) und etwa 6 Re­gis­seur­en wurde Casino Royale zum film­isch­en De­sas­ter. Gleich­zeit­ig er­klär­te Sean Connery nach sei­nem 5. Film den Rück­zug von der Rol­le. Er hat­te kei­ne Lust mehr und wurde auch im Privat­leben nur noch mit 007 per­so­ni­fi­ziert. Der gros­se Sturm war also vorbei, doch James Bond noch lan­ge nicht tot.